Strafe für Parteilichkeit - Protest europaweit
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- Kategorie: * Ausschluss der Menschen am Rande der Gesellschaft (D)
- Erstellt am Sonntag, 13. November 2011 19:10
- Geschrieben von sozialearbeit.einmischen.info
13.11.2011 von admin.
Der Einsatz für von Armut betroffene Menschen und der Protest gegen das Verbot, im Müll nach Lebensmitteln zu suchen, bezahlt in Ungarn ein Sozialarbeiter mit dem Gefängnis!
So was wird es bei uns niemals geben?
Von: “DBSH” <
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<mailto:
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Betreff: Ungarn: Sozialarbeiter soll für berufliches Engagement ins Gefängnis - Europaweiter Protest
Datum: 10. Nov 2011 05:28
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Immer wieder steht Ungarn im Mittelpunkt der europäischen
Öffentlichkeit. Seit bei den Wahlen am 11. und 25. April 2010 ein
Bündnis der nationalkonservativen Fidesz und der nationalkonservativen
/ rechtspopulistischen KDNP eine 2/3-Mehrheit errang wird der Staat
umgebaut. Eine neue Verfassung beschwört Gott, Krone, Vaterland,
Christentum, Familie und Nationalstolz, ein umstrittenes Mediengesetz
führte zu europaweiten Protesten. Was nicht sein darf, darf man auch
nicht lesen und geschweige denn sehen – so das Credo ungarischer
Innenpolitik. Viele repressive Maßnahmen gegen von Armut betroffene
Menschen gipfelten jetzt in einer neuen Verordnung: Das Durchsuchen von
Müll nach verwertbaren Lebensmitteln und Gegenständen stellt eine
Ordnungswidrigkeit dar.
Dagegen haben ungarische Sozialarbeiter mit einer kleinen Straßenaktion
friedlich demonstriert. Bei dieser Demonstration wurden einige
Sozialarbeiter festgenommen. Der vom Kollegen Norbert Ferencz
unterzeichnete Aufruf zu dieser Aktion brachte ihm eine Anklage wegen
Landfriedensbruch ein, in erster Instanz wurde er am 4. November zu
drei Jahren Haft verurteilt.
Der „Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH)“, Mitglied der
„International Federation of Social Workers (ifsw)“, protestiert
gemeinsam mit vielen anderen europäischen Verbänden auf das Schärfste
gegen die Repressalien, denen KollegInnen in Ungarn ausgesetzt sind.
Der internationale Ethikkodex der Profession Soziale Arbeit
verpflichtet alle Sozialarbeiter negativer Diskriminierung in jeder
Form entgegenzutreten, ungerechte politische Entscheidungen, Praktiken
und sozialen Bedingungen entgegen zu treten, die zu sozialem
Ausschluss, Stigmatisierung oder Unterdrückung führen. Ein solch
ethisches, den Menschenrechten verpflichtetes Verhalten darf – erst
recht nicht in der Europäischen Union – zur Verfolgung führen.
Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit fordert die
internationale Ächtung der ungarischen Verwaltungs- und
Strafrechtsgesetzgebung, die eine auf der von Ungarn ratifizierten
Erklärung der Menschenrechte basierende Ausübung des Berufs
Sozialarbeit unter Strafandrohung stellt!
Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit fordert die sofortige
Aufhebung der Verurteilung gegen den Sozialarbeiter Norbert Ferencz!
Erweiterter Vorstand des DBSH - 5.11.2011
Zum Hintergrund:
International Code of Ethics: http://www.ifsw.org/p38000739.
http://mindennapi.hu/cikk/
Weitere Informationen: 01 51 - 12 58 91 26<callto:015112589126>






