Schöne neue Welt Jugendamt Hamburg II.
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- Kategorie: * Zukunft Kinder- u. Jugendhilfe (D)
- Erstellt am Mittwoch, 09. Mai 2012 17:47
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 09. Mai 2012 23:43
- Geschrieben von ms
Hier Stellungnahmen und Artikel zur Einführung der Computer Software Cúram.
Es wird sehr deutlich, dass dieses Programm die konsequente Weiterführung der neuen und der weiterhin sich verschärfenden Steuerung der Jugendhilfe und anderer Sozialleistungen darstellt.
Alles, was an diesem Programm problematisch ist, entspricht aber genau dem, was im Rahmen der Diskussion um eine Steuerung der Jugendhilfe längst praktiziert wird und noch konsequenter weiterverfolgt werden soll. Man muss blind sein, um das nicht zu sehen.
Text der Linken zum Datenschutz im Jugendamt Hamburg
OKJA lehnt die Einführung der Computersoftware Cúram ab
Trotzdem gibt es KollegInnen, die meinen, dass die Jugendhilfe und die Soziale Arbeit im Rahmen dieser "Modernisierungen" neue und fruchtbare Anstöße bekommen kann für ihre Fachlichkeit.
Aus aktuellem Anlass füge ich den Beiträgen noch eine kleine Satire an, an die ich in letzter Zeit immer wieder denken muss, wenn ich sehe, mit welcher Ernsthaftigkeit und Begeisterung erwachsene Menschen die Früchte der Modernisierung preisen....
Nur die aller dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber…
Ein Wolf trottete durchs Land und kam an einem Kälberstall vorbei. Die Kälber darin blökten aufgeregt und der Wolf lugte neugierig durchs Fenster.
“Was ist bei euch denn los?”, fragte er und überlegte, ob er es wagen könnte einzusteigen und ein kleines Kalb mit sich fortzureißen.
“Wir diskutieren. Morgen ist Wahl!”, verkündigte ein Kalb stolz.
“Was für eine Wahl?”, fragte der Wolf erstaunt.
“Schlächterwahl!”, sagte das Kalb altklug. „Der Fuchs war hier und hat uns mitgeteilt, dass wir in diesem Jahr den besten Schlächter wählen dürfen. Und der, den wir auswählen, der darf uns dann schlachten.”
“Der Bruder Fuchs ist ein Scherzbold”, grinste der Wolf. Aber als er merkte, dass es die Kälber ernst meinten, fragte er: “Und was muss er können, euer Kandidat?”
“Stark muß er sein und schön”, schwärmte das erste Kalb.
“Viele von uns sind auch dafür, dass es vor allem ein Schlächter mit Tradition sein sollte, einer, der schon unsere Eltern und Großeltern geschlachtet hat. Da weiß man doch, was man hat”, ergänzte ein anderes Kalb.
Der Wolf entschloss sich spontan, zu kandidieren, weil er sich große Chancen ausrechnete.
Aber die Kälber entschieden sich für den Schlächter vom Schlachthof am Dorfanger. Denn dort waren ihre Eltern schon hingegangen, wenn es so weit war. Außerdem blinkte dort neben dem Eingang eine silberne Tafel in der Sonne, auf der stand: “Schlachthof Weißenhagen”. Die gefiel den Kälbern ausnehmend gut. Sie erinnerte an die Zinnen eines Schlosses.
Der Wolf ärgerte sich und verfluchte den Fuchs, der diesen dummen Tieren so viel Entscheidungsfreiheit zugestanden hatte. Der Fuchs aber kannte einen Durchschlupf zum Schlachthof, und fraß er sich dort an den ausgeweideten Gedärmen nach Herzenslust satt.






