Mitzeichnen Hamburger Petition
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- Kategorie: * Zukunft Kinder- u. Jugendhilfe (D)
- Erstellt am Donnerstag, 10. Mai 2012 07:32
- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 10. Mai 2012 07:32
- Geschrieben von ms
Matthias Heintz vom Bündnis Kinder- und Jugendhilfe - für Professionalität und Parteilichkeit schreibt in einem Brief an alle, die solidarisch sind mit den KollegInnen in Hamburg:
bitte zeigt Euch mit den KollegInnen der offenen Jugendhilfe in HH solidarisch und zeichnet die Petition mit, die Ihr unter folgendem Link einsehen könnt:







Kommentare
leider kann ich Ihnen erst jetzt etwas zu Ihrer sehr verständlichen Anmerkung im Kommentar sagen.
Ja, ich denke, Sie haben das sehr genau verstanden. Es war von vornherein abzusehen, dass der Hamburger Senat (und insbesondere in Verantwortung von Staatsrat Pörksen) hier ein ganz billiges Täuschungsmanöv er fährt, in dem er versucht, die Jugendarbeit und die Jugendsozialarb eit einerseits gegen die Hilfen zur Erziehung andererseits auszuspielen. Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass es den politischen Akteuren (und dies sind beileibe nicht nur die Hamburger Initiatoren mit ihren verdrehten Plänen zur Kinder- und Jugendhilfe, sondern ein gezieltes Vorhaben insbesondere der SPD-geführten Bundesländer und der Kommunalen Spitzenverbände )zum einen um Einsparungseffe kte für ihre Haushalte geht, zum anderen aber noch mehr um Einflussnahme und Kontrolle unseres Fachbereiches und der Inanspruchnehme r der Jugendhilfe, die Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern. Die Einführung des Softwareprogram ms jus.it in HH ist dafür ein erschreckendes Beispiel, wie hier Kontrolleure, Privatisierer und einsparungswüti ge Politiker eine für Kinder und Jugendliche und ihre Eltern, aber auch für uns Fachkräfte destruktives Bündnis eingehen.
Das Prinzip dieser entdemokratisie renden Umsteuerung ist beileibe nicht neu: zunächst diskreditiert man eine Gruppe (hier unseren Fachbereich als zu uneffektiv und allein dem Selbsterhaltung strieb folgend). Dann setzt man einen Spaltpilz in diese Gruppe(hier zwischen Jugendarbeit, Jugendsozialarb eit auf der einen Seite und dem Bereich der Hilfen zur Erziehung auf der anderen Seite), macht dann einer Seite dieser Gruppe große Versprechen ("Wir werden die sozialräumliche n Angebote fördern und stärken."), um dann letztlich die ganze Gruppe nachhaltig zu schädigen bzw. kapputt zu schlagen. Das war schon immer die Strategie von einflussreichen Personen, die kein Interesse an Bürgerrechten, an Mitbestimmung und Teilhabe hatten, sondern die totalitäre Strategien verfolgen.
Im Übrigen ist der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe nur ein Baustein dieser Gesamtstrategie zum Umbau unserer Gesellschaft zu einem neoliberalen Gebilde. Es lohnt sehr, da mal den Blick auf ganz ähnliche Prozesse in anderen Gesellschaftsbe reichen (z.B. Gesundheit oder Kultur) zu richten.
Kinder- und Jugendhilfe, so wie sie im Geiste des Kinder- und Jugendhilfegese tzes/SGB VIII gedacht war, setzt auf einen Beziehungsproze ss und Beteiligung im besten demokratischen Sinne. Sie ist per se sozialräumlich definiert. Dies gilt für alle Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe. Es ist ein Gesamtkonzept, das von dem o.g. Geist getragen ist. Deshalb sind alle Bereiche zu fördern und zu stärken, was auch mit einer der hohen Fachlichkeit dieser Arbeit erforderlichen nachhaltigen Finanzierung aller Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe einhergeht. Dafür müssen wir uns kollegial und mit Nachdruck einsetzen und uns aktiv einmischen, beispielsweise am 31.5.2012 in Hannover, wenn die Jugend- und Familienministe rkonferenz über unseren Fachbereich neue Umsteuerungsplä ne nach Hamburger Rezept beratschlägt. Wir warten nicht mehr ab, bis man uns auch mittels scheinheiliger Versprechen abgewirtschafte t hat. Wir mischen uns jetzt ein. Das beginnt vor Ort an unserem Arbeitsplatz.
Matthias Heintz