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Jugendministerkonferenz zur "Weiterentwickliung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung" Stellungnahme

hier mein Fazit:

Fazit:

  • Der durch die neue Steuerung begonnene Umbau der Jugendhilfe und ebenso der Hilfen zur Erziehung wird nicht infrage gestellt und nicht verlassen. Die Probleme, die dadurch entstanden sind, werden tabuisiert.
  • Ziel der Reform, der Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung, ist die Fallreduzierung und die Kostendämpfung. Von inhaltlichen, vom Bedarf und vom Fach her gedachten notwendigen Weiterentwicklungen ist nicht die Rede.
  • Als Strategien und Lösungswege für dieses Ziel wird zum einen versucht, die Hilfen zur Erziehung in ihrer besonderen Bedeutung aufzuweichen, sie „gleichwertig“ neben andere Hilfeansätze zu stellen und die Hilfen zur Erziehung dadurch „weiterzuentwickeln“, dass sie zu einer massiven Kooperation mit anderen lebensweltlichen Systemen gezwungen werden. Hiervon verspricht man sich Synergieeffekte und vermutlich auch die zunehmende Verlagerung der bisherigen Erziehungshilfeleistungen in Bereiche außerhalb der Hilfen zur Erziehung (Schule, sozialräumliche Gruppenangebote usf).
  • Es besteht die Vorstellung, wir hätten zu viele Angebote in der Erziehungshilfe und die sei dafür verantwortlich, dass die Nachfrage steige.
  • Notwendige Veränderungen und Weiterentwicklung innerhalb der Hilfen zur Erziehung (fachliche, strukturelle) werden nicht thematisiert, genau wie die gegenwärtigen Schwierigkeiten der Hilfen zur Erziehung, unter den vorgegebenen Steuerungsbedingungen noch gute Arbeit leisten zu können, einfach übergangen werden.
  • Für gesellschaftliche Ursachen von menschlichen Problemlagen fühlt man sich nicht zuständig. Und obwohl man durchaus sieht, dass diese Ursachen erhöhte Bedarfe nach Hilfen zur Erziehung bedingen, sieht man sich ausschließlich der Fallreduktion und der Kostendämpfung verpflichtet und verordnet der Jugendhilfe weitere Steuerungsstrategien und glaubt, über Kontrollsysteme, sowohl die Kosten als auch das Funktionieren der Jugendhilfe (z.B. kein „Versagen“ bei Kindeswohlgefährdung) in den Griff zu kriegen.

„Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung“ bedeutet: den eingeschlagenen Weg einer neoliberalen Funktionalisierung der Jugendhilfe und der Zurückdrängung der teuren Hilfen zur Erziehung konsequenter und gezielter fortzusetzen als bisher.

zur ausführlicheren Stellungnahme

Kommentare  

 
#1 Raimund Janßen 2012-07-01 15:45
Ich stimme Ihrer Stellungnahme voll zu. Wir leben In Deutschland und Europa bereits in einer Diktatur der Finanz- und Wirtschaftpolit ik, mit absoluter Kontrolle über die demokratischen Systeme, und damit auch über die Sozialsysteme in den Euroländern. Diesem Diktat hat sich die Politik In Deutschland weitesgehend untergeordnet (siehe ESM und Fiskalpakt). Eine echte Opposition im Bundestag ist nicht mehr vorhanden. Die Bevölkerung in Deutschland (bzw. die Volksouveränitä t) wird bei weitreichenden politischen Entscheidungen nicht gefragt. Die Politik handelt nach dem Motto:"Europa geht es gut, wenn es dem EURO, den Banken und der Wirtschaft gut geht." Wie es den Menschen in Europa bzw. Deutschland tatsächlich geht, ist dabei eher nebensächlich, bzw. stört nur bei politischen Vorhaben.
 

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